Makronährstoffe Tracken – Wie sinnvoll ist es wirklich?

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Makronährstoffe Tracken – Wie sinnvoll ist es wirklich?

Makronährstoffe in Beeren

Makronährstoffe richtig tracken- so geht's!

 
 
 

Die Meinungen, ob es sinnvoll ist seine Mahlzeiten peinlich genau zu notieren oder nicht, könnten kaum verschiedener sein. Das abwiegen und zählen von Protein, Fett und Kohlenhydraten wurde bei einigen Sportlern bereits fest in den Alltag verankert. Liegt es daran dass diese Sportler zielorientierter sind und mehr aus sich machen wollen? Sind sie einfach verbissener? Und die wichtigste Frage die sich stellt: Folgen durch das Tracken schnellere Fortschritte im Sport?

Jeder Makronährstoff erfüllt einen besonderen, für deinen Körper wichtigen Zweck. Während Proteine den Muskelaufbau durch enthaltene Aminosäuren begünstigen, dienen Fette der Hormonbildung. Darunter fällt auch das anabole Wachstumshormon, das sowohl Fettverbrennung als auch Muskelaufbau steuert. Die Kohlenhydrate dienen als Energiequelle, um eine sportliche Leistung zu erbringen. Sie sind ebenfalls für den Transport der Proteine in die Muskelzellen verantwortlich.


Vorteile des Trackens:


Geringer Körperfettanteil

Das Tracken wurde von Bodybuildern über die Jahre Gramm-genau perfektioniert. Wenn du bereits einen geringen Körperfettanteil vorweist und dennoch diesen reduzieren möchtest, ist es sinnvoll die Kalorien und die Makronährstoffverteilung zu dokumentieren. Kleine Änderungen an der Ernährung können hier bereits für große Auswirkungen sorgen. Wichtig wird es besonders bei der Proteinzufuhr. Die Faustregel von 2g Eiweiß pro Kg Körpergewicht hilft dir einen katabolen (muskelabbauenden) Zustand zu vermeiden.

Heißhunger & Energiemangel

Dein Körper signalisiert dir durch häufige Heißhunger-Attacken oder andauernde Müdigkeit, dass ihm wichtige Nährstoffe fehlen. Das Tracken verschafft dir einen Überblick über deine tägliche Nahrungszufuhr. Im Anschluss lässt sich feststellen ob die Makronährstoffe in einem ausgewogenen Gleichgewicht aufgenommen wurden und wo eine Umstellung sinnvoll sein könnte.

Unwissenheit & Muskelaufbau

Wenn du dich dazu entschließt Muskeln aufzubauen, solltest du dir vorher einige Grundkenntnisse aneignen. Ohne die richtige Ernährung wirst du auf Dauer keine Erfolge erzielen. Besonders der Eiweißanteil in der Nahrungsaufnahme spielt eine wichtige Rolle. Wenn du nicht gerade 1.30m groß bist solltest du dir darüber bewusst sein, das 50g Protein pro Tag nicht ausreichen. Um sich also ein Bild von der Proteinzufuhr machen zu können, bietet es sich an dieses über einen Zeitraum von ca. 2 Wochen zu tracken. Anschließend entwickelt der Körper ein „Eye-Tracking“ das es euch erlaubt den Eiweißanteil von Lebensmitteln grob von selbst abschätzen zu können.

Zeitdruck

Wenn du aufgrund eines wichtigen Termins (Hochzeit, Urlaub, Wettkampf) deine Form bis zu diesem Stichtag perfektionieren möchtest, solltest du keinen Tag damit verschwenden die Lebensmittelkonstellation irgendwie auszuprobieren. Hier gilt: Planung ist das A und O. Für welche Diät entscheidest du dich, wie viele Kalorien solltest du zu dir nehmen und welchen Makronährstoff möchtest du ggf. weitgehend aus deiner Ernährung streichen? Hier zählt 100%ige Reflexion und Dokumentation deines Vorgehens, um das Beste aus dir heraus zu holen.


 
 
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Nachteile des Trackens:


Detailbesessenheit

Du kannst ebenso die Zeit damit zubringen die neusten Studien und Erkenntnisse zu sammeln, penibel deine Ernährung durchplanen und strukturieren und dich auf jedes Gramm und jede Kalorie peinlich genau konzentrieren. Dabei kann es schnell passieren dass du deine eigentlichen Ziele aus den Augen verlierst. Eventuell wird sogar das Training als wichtiger Faktor für deinen sportlichen Fortschritt, darunter leiden. Besonders im Hobbysport gewinnt das Thema durch die heutige Informationsflut zunehmend an Komplexität. Die Grundprinzipien sind den meisten bekannt: Hartes Training, gesunde Ernährung und ein hoher Eiweißanteil um das Muskelwachstum und die Regeneration zu fördern.

Ernährungsexperte

Wenn du bereits viel Zeit mit dem Tracken zugebracht hast, dann entwickelt sich eine Routine die man so leicht nicht wieder ablegen kann. Vielleicht bist du mittlerweile schon Experte und kannst dir den Eiweißanteil von einem Stück Hähnchenbrust oder dem üblichen Quark schon denken. Auch eine Küchenwaage ist auf Dauer nicht mehr sinnstiftend, da du bereits das Gewicht der Lebensmittel gut abschätzen kannst. Wenn es bereits so weit gekommen ist und du eine Ernährungsroutine mit ähnlichen Lebensmittel hast, dann solltest du die Zeit anders nutzen um deine Ziele zu erreichen.

Blutige Anfänger

Es kann sein das du noch nicht so weit bist, um deine Lebensmittel Gramm genau abzuwiegen. Es ist sinnvoll einen Überblick über deinen Eiweißanteil zu haben wenn dein Ziel Muskelaufbau lautet, jedoch solltest du dich zunächst mit den Grundregeln beschäftigen bevor du in die Detailversessenheit gerätst. Am Anfang können über einen langen Zeitraum kontinuierlich Muskeln aufgebaut werden. Sobald dieser Vorgang stagniert kannst du anfangen in die Feinheiten der Ernährung über zu gehen.

Gesundheit als übergreifendes Ziel

Wenn dein Ziel ist gesund zu leben, dich ab und an sportlich zu betätigen und fit zu halten, dann ist es nicht nötig deine Kalorien zu zählen und auf eine Kartoffel mehr zu verzichten. Wie eine gesunde Ernährung aussieht ist weitgehend bekannt und oftmals verrät bereits der Spiegel ob man das ganze richtig macht oder nicht. Durch das Tracken wird man einem zusätzlichen Stressfaktor ausgesetzt, der wiederum gegen die Ziele der Gesundheit ankämpft.


Zusammenfassend lässt sich erkennen:

Es handelt sich um eine Körper- und Charaktertyps-Frage. Entscheidend sind die individuellen Ziele die ihr euch stellt. Sobald euch diese bewusst sind gilt es sich mit den Grundregeln vertraut zu machen und das Tracken für sich selbst zu reflektieren und abzuwägen. Fakt ist: Probieren geht mal wieder über studieren.

Weitere Informationen gibt es im Video: "Die richtige Makronährstoffverteilung" (oben)
 
 
 
Peter Erdelyi-Alarcon
Peter Erdelyi-Alarcon
Peter ist seit mehr als 10 Jahren im Bereich Fitness und Akrobatik tätig. Er und Andiletics lernten sich über die Leidenschaft für Sport kennen. Seither setzten Sie gemeinsam bereits einige Sportprojekte um - TrickClips.com ist eines davon.

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